Freitag, 18. Juli 2014

Egokind - Berliner Produktions Notizen aus Los Angeles



Zu der neu erschienenen EP "Nothingness", hat sich Egokind etwas Zeit für uns zwischen seinen Gigs in New York und Los Angeles genommen, um uns ein kurzes Interview zu geben. Wir freuen uns, Euch ein paar Internat Preis geben zu können. Viel Vergnügen.


1.) Erstmal Danke, dass Du Dir Zeit nimmst, mit uns zu Plaudern. Sag uns, wo Du gerade bist und wie Du Dich fühlst?

Lustigerweise bin ich gerade zum ersten Mal in Los Angeles, einer auf jeden Fall ziemlich ungewöhnlichen und vor allem heißen Stadt, weit weg vom Berliner Technotrubel.




2.) Wie kann es anders sein, das Thema des Tages ist das neue Release - erzähl uns in Deinen Worten ein wenig darüber, wie es Zustande kam und was Ihr dem Hörer damit vermitteln möchtet?

Die EP besteht aus drei Tracks, die alle auf ganz unterschiedliche Weisen entstanden sind und auch alle fast schon gegensätzliche Aufgaben haben.
"Nothingness" ist der harmonische Tunnel-Club-Track.
"Fatigue" ist ein Stück von Andreas ("Ozean") und mir, basiert im Grunde auf einem fast schon naiven Klavierriff, das durch eine psychedelische Welt schwebt, und soll einen einfach nur umarmen.
"One Love" ist für die Freaks.

3.) Während des Enstehungsprozesses der EP, gab es da auch lustige, denkwürdige, besonders inspirierende oder interessante Momente und Situationen?

Das Titelstück "Nothingness" ist der Track mit dem längsten und gleichzeitig kürzesten Entstehungsprozess, den ich jemals erlebt habe. Ursprünglich war die Grundlage eine komplett andere Idee, an der ich mir monatelang die Zähne ausgebissen habe und irgendwann nur noch frustriert war. Dann habe ich in einem Moment der absoluten Verzweiflung das komplette Projekt gelöscht, innerhalb von ein paar Minuten einfach ein spontanes Synthieriff durch meinen Prophet laufen lassen und ein paar Stunden später war ich auf einmal fertig. Dieser energieraubende Weg hat sich 
also letztendlich in einer Komposition entladen, die so extrem schnell entstanden ist, dass ich gar nicht erst dazu kam darüber nachzudenken. 

4.) Welche Stücke haben die Clublandschaft Deiner Meinung nach geprägt?

Für mich fängt Techno irgendwie schon bei Komponisten wie Terry Riley oder Steve Reich an. Würde man das halbwegs gut anstellen, könnte man diese patternbasierte Musik bestimmt sogar im Club spielen, ohne dass jemandem auffallen würde, dass die Stücke teilweise sogar aus den 70ern sind.
Ansonsten gibt es natürlich auch viele elektronische Künstler, die Zukunftsweisend waren. Besonders sticht für mich dabei "Aphex Twin" hervor. Erst neulich kam ja ein unveröffentlichtes Album zum Vorschein, das vom Sound und Style her genau so gut in diesem Jahr hätte produziert und veröffentlicht werden können. Das finde ich schon ziemlich beeindruckend.





5.) Welche Künstler haben Deinen Sound beeinflusst, inwiefern?

Im elektronischen Bereich interessieren mich hauptsächlich Musiker, die eine ganz eigene Art von Soundästhetik oder Melodiesprache haben. Ich denke da beispielsweise an James Holden, Caribou, Four Tet oder Burial. Jeder hat einfach einen ganz eigenen Sound und nichts hört sich nach diesen ganzen nervigen Samplepacks an.

6.) Wer oder was inspiriert Dich im besonderen?

Im Grunde genommen kann wirklich alles inspirierend sein, wenn man halbwegs bewusst durch den Tag geht. Selbstverständlich kann man sehr viele Ideen und Energie aus Filmen, Bildern, Texten oder anderen Musikstücken ziehen; aber auch viel nähere Dinge, wie zum Beispiel Natur, Städte, Lichtverhältnisse, ungewöhnliche Situationen, Gespräche. Die richtige Antwort wäre für mich wohl "alles".

7.) Was passiert bei Dir demnächst, Releases, Live Gigs oder ähnliches?

Schon vor längerer Zeit haben Andreas ("Ozean") und ich den Entschluss gefasst, gemeinsam unsere Gedankenwelt in Form eines Albums zum Ausdruck zu bringen. Jetzt sind wir endlich an einem Punkt angelangt, an dem uns klar geworden ist, was wir eigentlich wirklich machen wollen.  Nach unzähligen Tagen und Nächten an der Gitarre, am Klavier und im Studio ist nun endlich etwas sehr ehrliches und persönliches entstanden, mit dem wir mehr als glücklich sind. Das Release ist Anfang Oktober auf TRAUM, man darf also gespannt sein :)



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OUT NOW


Egokind "Nothingness" (Traum V178)

available at Beatport
and iTunes


Video on Youtube